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MONGOLEI

Mongolei 1995 - die Karawane der Tuwiner

 

Seit Dschingis Khan hatte es so etwas in der Mongolei nicht mehr gegeben. Anfang Mai 1995 zogen 30 tuwinische Familien mit ca. 300 Pferden und 135 Kamelen quer durch die mongolische Steppe ins Altai Gebirge, im äußersten Westen des Landes.

Die Karawane der Tuwiner war der spektakulärste Versuch eines vom Aussterben bedrohten Volkes in seine Heimat und die seiner Vorfahren zurückzukehren. Jahrzehntelang wurden die Tuwiner, ihr Brauchtum und ihre Sprache in der "Mongolischen Volksrepublik" unterdrückt. Für traditionelles Nomadenleben, jahrhundertelang die Grundlage mongolischen Lebens, war im "sozialistischen Außenposten" derUdSSR kein Platz. Die Nomaden wurden in Brigaden zusammengefaßt.

 

Kamele

Nach dem Zerfall der UdSSR hat sich auch die Mongolei vom Sozialismus verabschiedet. Das Land versucht sich heute in Demokratie und Marktwirtschaft.

Im Altai Gebirge, das in den Volksliedern und Stammesmärchen als "Gelobtes Land" verehrt wird, hofften die Tuwiner zur alten Lebensweise des Nomadentums, zur eigenen Sprache und zu ihren Werten zurückzufinden. Fast 2000 unwegsame Kilometer legten sie dafür zurück.

Die Reise, auf der wir die Familien begleiteten, dauerte 62 Tage und strapazierte Menschen und Tiere bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Wir erlebten, wie die Tuwiner das Nomadensein wieder entdeckten und lernten Sitten und Gebräuche eines im Naturglauben verhafteten Volkes kennen.

Der Traum der Tuwiner ist für einige von ihnen schon wieder gescheitert - schon im Jahr  nach der Karawane verließen die ersten Familien das Altai Gebirge. Arbeitslosigkeit, Armut und Mangel an Lebensmitteln zwangen sie dazu. Wir werden sie wiedersehen.

daraus entstanden u.a.:

Voxtours Mongolei, 45 Minuten, Vox 1995

Die Karawane der Tuwiner, 45 Minuten, arte 1996

"Sain Baunuu - willkommen in der Mongolei", 30 Minuten, WDR Schulfernsehen 1996

Kinderweltspiegel WDR / ARD 1996

Autoren: Heidrun Seeger / Rainer Kling / Kamera: Rainer Kling, Hans Hausmann / Ton: Heidrun Seeger / Schnitt: Birgit Köster / Produktion: KAOS Film- und VideoTeam